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Aal utsetten in de Schlie 2017

In der vergangenen Woche besetzten die Schleifischer gemeinsam mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Peter-Harry Castensen ihr Heimatgewässer mit 110.000 kleinen Jungaalen . Die Boote mit den kleinen Aalen, von denen jeder gerade 7 Gramm wiegt, starteten im Hafen von Maasholm. Das sogenannte „Aalutsetten“ wird seit 2010 gemeinsam von Fischern und Anglern organisiert. Unterstützt werden sie dabei vom Landesfischereiverband und dem „Förderverein zur Erhaltung maritimer Lebensarten und Lebensformen“. Zum dritten Mal dabei sind in diesem Jahr zehn Köche der regionalen Gastronomie. Gekleidet in ihrer Arbeitstracht werden sie auf einem Boot ihre Verbundenheit mit der Fischerei anschaulich bekunden.

 

Ende März dieses Jahres haben die Fischer bereits 280.000 Glasaale  - Aale in einer noch früheren Entwicklungsstufe von nur 0,33Gramm - ausgesetzt. Insgesamt werden damit in diesem Jahr 390.000 Miniaale in die Schlei entlassen. Ihr Gesamtwert beläuft sich auf 90.000 Euro. “Diese werden zwar zu 60 Prozent über öffentliche Mittel aus der Fischereiabgabe und dem Europäischen Meeres – und Fischereifonds finanziert. Die fehlenden 40 Prozent müssen jedoch über private Spenden aufgebracht werden“,  erklärt Olaf Jensen, Schleifischer und Mitorganisator. Dabei ist die Gruppe der Förderer breit aufgestellt. Allen voran gehört dazu natürlich die Schleswiger Fischerzunft mit der Gemeinschaft der Fischer aus Arnis, Kappeln und Maasholm , aber auch alle Fischräuchereien entlang der Schlei, der Schleswiger und Kappelner Angelverein, der Flensburger Fischereiverein, viele Restaurants, die „Initiative zur Rettung des europäischen Aals“, der Verein „Kiek in de Schlie“, der EDEKA  Markt aus Kappeln, der Verein „sustain seafood“, Werften, die Motoreninstandsetzung  Kiesow, Frydendahl aus Hvide Sande, und erstmalig Gosch Sylt und Kieser Training aus Altona. Zudem wird der Besatz dieses Jahr  wieder von den Gemeinden Maasholm, Boren, Ulsnis, Steinfeld, Kosel, Rieseby, Damp und Hasseberg  sowie den Städten Arnis, Kappeln und Schleswig sowie den Landesverbänden der Angler und Fischer und der Genossenschaft „Küstenfischer Nord“ unterstützt.

“Alle die mitmachen, möchten mit dem Erhalt der Aalfischerei auch ein Stück ihrer Heimat bewahren“, erklärt Jensen das breite Engagement. „Und nicht zuletzt auch die Kleinfischerei als Motor des regionalen Tourismus stärken“. Und dabei ist die Liste der Unterstützer noch lange nicht zu Ende. Denn auch viele Private, wie die Rentnerin aus Arnis, der Arzt aus Süder oder der Schlosser aus Maasholm geben gerne etwas dazu.

Vor fünf Jahren haben die Fischer zudem mit der „Goldenen Reuse“ einen Wanderpreis gestiftet. Geehrt wird hiermit der Einsatz für den Aalbesatz ebenso wie für den Erhalt der lokalen Kleinfischerei als Erwerbsberuf. Dieses Jahr geht der „Pokal“ an Lorne Marckwardt aus Eckernförde. Er hat sich als Vorsitzender des Landesfischereiverbandes über Jahrzehnte für die Erwerbfischerei eingesetzt.

Ein Novum brachte der letztjährige Preisträger der „GOLDENEN REUSE“, Norbert Stark ein: in seinem neuen Restaurant am Hafen von Kappeln lud er im Herbst 2016 zu einem Sponsorenessen und stellte den kompletten Erlös der Veranstaltung dem Aalbesatz zur Verfügung. Die Fische für das Essen  wurden von den Fischern, das Bier von der Flensburger Brauerei und der Wein vom Weingut Pfaffmann aus Landau/Pfalz gesponsert. Stark stellte die Räumlichkeiten sowie den Service und kochte.  Das Aalessen soll dieses Jahr im September wiederholt werden.

Organisiert wird das „Aalutsetten“ von den Mitgliedern der Initiative „Aalutsetten in de Schlie“ in Zusammenarbeit mit dem Landesfischereiverband und dem Förderverein zur Erhaltung maritimer Lebensformen und Lebensarten.


Hintergrund: War der Aal früher neben dem Hering der  Brotfisch der Schleifischer, so hat sein Bestand in den letzten 20 Jahren rapide abgenommen. Die Schleifischer, die 2010 mit dem Besatz starteten, wissen, dass es ein langer Weg sein wird, bis sich in einigen Jahren wieder ein besserer Aalbestand gebildet hat. Damit wollen sie sich und zukünftigen Anglern und Fischern wieder gute Aalbestände sichern. Inzwischen ist ein größerer Silberstreifen am Horizont erkennbar. Vermehrt tauchen in den Reusen und an den Angelhaken  Jungaale aus den Besatzaktionen auf. Allerdings brauchen die Winzlinge noch mindestens drei Jahre nach dem Aussetzen, um das Mindestmaß zu erreichen. Die Fischer appellieren an die Vernunft aller Beteiligten, den kleinen Aalen ein Überleben zu ermöglichen  und keine untermaßigen Aale zu entnehmen.

Kormoran und Aal: Große Probleme bereiten den Fischern weiterhin die Kormorane. So erhoffen und erwarten die Fischer von der neuen Landesregierung weitergehende Maßnahmen. “Wer einmal einen Schwarm tausender Kormorane auf der Schlei beobachtet hat, versteht, wovon wir reden“, betont Olaf Jensen. Es geht den Fischern nicht nur um den Aal, sondern ebenso um Schnäpel, Zander und Butt.
Schnäpel und Zander sind Edelfische, die kaum eine Chance haben, in der Schlei größer als 15 Zentimeter zu werden, bevor sie von den Vögeln gefressen werden.

Die schleswig-holsteinische Kormoranverordnung soll jetzt um ein Jahr verlängert werden. Gleichzeitig soll eine neue Kormoranverordnung entwickelt werden. Dazu haben die Schleifischer gemeinsam mit dem Landesjagdverband, dem Landesfischereiverband, dem Fischereischutzverband, dem Binnenfischereiverband  und dem Landessportfischerverband ihre Vorschläge dem Ministerium übermittelt.  Sie wünschen neben einer weiterentwickelten Kormoranverordnung den Einstieg in ein schleswig-holsteinisches Kormoran-Management, das eine Höchstgrenze für Brutpaare festlegt.

Der Aal gehört zur Schlei wie der Schleswiger Dom zu Schleswig.

Kontakt für Presse und Spender:

Fischer Jörn Ross, Schleswig, 04621 / 22192
Fischer Olaf Jensen , Kappeln , 0170 / 4130962
Fischer Armin Lass , Maasholm , 04642 / 6752
Wassersportzentrum Kappeln , Frank Piotter , 04642 / 7185

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24. September - 1. Oktober, Müritzfischtage, Müritzregion

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