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Der Strandfischer von Baabe

Roberto Brandt ist fast sein ganzes Leben lang vom Strand des kleinen Ostseebads Baabe zum Fischen rausgefahren. Als Kind mit dem Onkel. Die ganze Familie war damals in den 60er Jahren in der Fischerei beschäftigt. Nur als der junge Mann 1972 seine Ausbildung beginnen wollte, musste er seinen Strand verlassen. Zu viele bewarben sich zu dieser Zeit auf Rügen um eine Lehrstelle in der Fischerei. So ging Roberto Brandt zur Ausbildung nach Rostock und lernte und arbeitete vier Jahre lang in der Hochseefischerei. Sobald es möglich war, kehrte Brandt aber nach Baabe zurück, um als selbstständiger Fischer seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er schloss sich der Fischereigenossenschaft Having an. Rund 60 Fischer zählte die Genossenschaft in den 80er Jahren. Hinzu kamen 20 angestellte Mitarbeiter. Roberto Brandt fischte in der sogenannten Reusenbrigade vor allem Hering und Aal. Verarbeitet wurde der Fisch gleich vor Ort in der Genossenschaft. Absatzprobleme gab es keine, dafür sorgte der Staat. Mit dem Ende der DDR brach von heute auf morgen der gesicherte Absatz weg. Viele Fischer nutzen das Angebot, in den Vorruhestand zu gehen. Andere suchten sich einen neuen Beruf.

 

Fischen und veredeln
Auch Roberto Brandt war sich nicht sicher, ober der Fischerberuf ihn weiter ernähren konnte. Eine kurze Zeit versuchte der Fischer deshalb, Versicherungen zu verkaufen. Zum Glück fehlte ihm dafür aber das Talent. Oder vielleicht auch nur die Lust. Denn dass er nicht nur ein guter Fischer, sondern auch ein talentierter Verkäufer war, zeigte sich sehr schnell. Roberto Brandt blieb zwar bei seiner eigentlichen Berufung als Fischer, nahm den Verkauf seines Fanges aber nun selbst in die Hand. So fing er an Gaststätten im Ort zu beliefern und verkaufte seinen frischen Fisch direkt vom Boot oder aus der Garage heraus. Dem Fischer war schnell klar, dass man mehr Geld mit dem Fisch verdienen konnte, wenn er zubereitet war. Die Wertschöpfung also in seiner Hand blieb. So baute er die Garage zu einem urigen, kleinen Restaurant mit Fischtheke aus.

Traditionelle Küche modern
Gekocht wird hier bis heute nach traditionellen Rezepten, angepasst auf moderne Geschmacksvorlieben. Manche alte Rezepte werden jedoch nicht mehr von den Gästen akzeptiert. „Den gekochten Hering mussten wir wieder von der Karte nehmen, weil er überhaupt nicht lief“, erzählt Brandt. Und auch den in Salz konservierten Aal kann man heute niemanden mehr anbieten“, ergänzt der Fischer. Dafür kocht er die Flundern, die zum Braten zu klein sind, wie früher süß-sauer ein. Diese Spezialität findet immer noch ihre Liebhaber. Fisch Nummer eins für die hausgemachte Feinkost ist der Hering. Nach eigenen Rezepten wird aus dem Silber des Meeres Rollmops, Brathering, Salzhering, Kräutermatjes oder Bückling. Ein Teil des in der Frühjahrssaison gefangenen Herings kommt in die Tiefkühlung, um auch in der Hauptsaison noch eigenen Hering anbieten zu können.

Der Nachwuchs bleibt aus
Roberto Brandt versucht soviel wie möglich von dem Fisch selbst zu vermarkten. „Der Preis, den der Großhandel für den Hering zurzeit zahlt, ist für uns Fischer kaum noch wirtschaftlich“, erklärt er sachlich. Größere Sorgen als der Fischpreis macht ihm allerdings der Fischernachwuchs. Brandt sitzt selbst in der Prüfungskommission der Sassnitzer Fischereischule. So weiß er genau, wie es um die Auszubildenden bestellt ist. „In diesem Jahr sind es noch nicht einmal 10 junge Leute, die die Fischereischule abschließen“, berichtet er. Dagegen stehen rund XX Fischer, die pro Jahr aufhören. Das Problem mit dem Nachwuchs liegt weniger an der mangelnden Attraktivität des Fischerberufes mit seinen mühsamen Arbeitszeiten und der zum Teil harten körperlichen Arbeit bei Wind und Wetter. Eine viel größere Hürde sind die Kosten für ein Schiff und vor allem die Quote, die erworben werden muss. Die Quoten regeln, wieviel jeder Fischer pro Jahr und Fischart fangen darf. Je nachdem, wie der Zustand des Fischbestandes bewertet wird, sind sie mal höher oder niedriger. Auf jeden Fall aber sind sie begrenzt. Zudem hält die kleine Küstenfischerei nur einen geringen Teil der Quote. Das meiste geht an die großen Flotten. So ist es für einen Neueinsteiger nicht einfach, ein Stück vom Kuchen zu bekommen. Eines das ihn auch ernähren kann.

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Fischzeit

18. März - 2. April 15. Wismarer Heringstage www.heringstage-wismar.de/

1. - 8. April Heringstage im Fischmarkt www.rostocker-fischmarkt.de

 25. - 27. April Seafood Expo Global www.seafoodexpo.com/global/

25. - 28. Mai Emder Matjestage www.emden-touristik.de

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